Leseprobe

„Nein!“

„Doch!“

„Nein!“

„Doch!“

„Ooohh“, stöhnte Mama genervt und schob die Zeitung zur Seite, in der sie gerade gelesen hatte. Sie schaute ihre beiden Kinder mit einem Augenrollen an und fragte: „Also liebe Leute, wie lange wollt ihr das noch machen? Mir klingeln schon die Ohren!“

Interessiert lauschten Lotta und ihr Bruder Sam und sahen dabei auf die Ohren ihrer Mutter. Aber als sich da nichts tat, wandte sich Sam wieder seiner Schwester zu und schrie: „Silvester!“ Lotta giftete zurück: „Nein, Weihnachten!“ - „Auf jeden Fall Silvester!“ - „Quatsch, tausendprozentig Weihnachten!“ Jetzt versuchte Sam mit Lautstärke den Streit zu gewinnen und trompete: „Silvester ist das tollste Fest im Jahr!“

Das fand Lotta überhaupt nicht, für sie war Weihnachten so viel schöner, dass man es mit Worten gar nicht sagen konnte. Und das verkündete sie auch sehr laut.

Das brachte Sam dazu, sich mit einer Hand ein Ohr zuzuhalten. Mit der anderen boxte er ihr gegen den Arm und suchte dann mit einem gewagten Sprung über das Sofa das Weite.

Das tat weh. Sam war fast drei Jahre älter als Lotta, er konnte also ziemlich fest boxen. Noch gemeiner war, dass er sich einfach davon machte. Lotta konnte nämlich nicht über das Sofa springen. Sie konnte auch nicht laufen. Sie hatte es noch nie gekonnt. Lotta hatte eine Behinderung. Sie war mit einem „offenen Rücken“ geboren und saß im Rollstuhl.

Das mit dem offenen Rücken hatte Lotta sich früher immer so vorgestellt, dass an ihrem Rücken die Haut irgendwie aufgeklappt war wie bei einer geöffneten Truhe. Ganz schön eklig! Bis ihre Mutter ihr dann erzählt hatte, dass da bei ihrer Geburt nur ein kleines Loch war – so klein wie eine Haselnuss. Und über dem Loch hatte sich sogar noch eine Art Schutzhaut gebildet. Allerdings war da drunter trotzdem einiges nicht mehr so wie es sein sollte.

Ein Arzt hatte ihr das mal so erklärt: „Die Wirbelsäule mit dem Rückenmark kann man sich wie eine Autobahn vorstellen. Und bei dir hat die Autobahn eine kaputte Stelle. Dadurch sind die Nerven, die dort auf ihren Bahnen vorbeikommen, beschädigt. Dein Körper hat den Fehler entdeckt und hat versucht, dich zu schützen, indem er das Loch zugemacht hat. Aber da waren halt dann schon ein paar Dinge kaputt gegangen...“

Lotta fand zwar, dass ihr Körper den Fehler erst gar nicht hätte machen brauchen. Aber Fehler passierten eben – immer und überall. Das sagte Sam auch immer, wenn er eine schlechte Note mit nach Hause brachte. Und auch wenn ihre Eltern in dieser Sache nicht unbedingt mit ihm einer Meinung waren: Dagegen konnte man kaum etwas einwenden, da war sich Lotta mit ihrem Bruder einig.

Momentan jedoch waren sich Lotta und Sam überhaupt nicht einig. Und Lotta fand es eine Frechheit, dass Sam einfach aus ihrer Reichweite verschwand. Sie musste erstmal um das Sofa herumfahren um ihren Bruder noch zu erwischen. Aber obwohl Lotta ihr wendiges Gefährt wirklich gut im Griff hatte und wie der Blitz um Ecken fahren konnte, war Sam schneller und lief in sein Zimmer. Die Tür schmiss er so laut zu, dass Mama gleich wieder stöhnte und mit den Augen rollte.

Lotta war jetzt höchst genervt, weil Sam sich einfach so verzog. Sie zwang sich tief durchzuatmen und dachte an ihre Oma. Die sagte: „Schlechte Laune ist wie eine aufdringliche Wespe, die dauernd um dich herumfliegt. Wenn man sie nicht beachtet, wird es ihr irgendwann langweilig und sie schleicht sich.“ Am besten ging das Nicht-Beachten, wenn man an etwas Schönes dachte.

Da musste Lotta heute nicht lange überlegen. Obwohl Weihnachten natürlich eindeutig das schönste Fest des Jahres war, freute sie sich trotzdem so auf den heutigen Silvesterabend, dass ihr vor Vorfreude sogar ein bisschen der Bauch weh tat…

Endlich wurde es dunkel. Die Vorbereitungen für das Abendessen begannen. Es gab wie immer am letzten Abend des Jahres Fleischfondue, so viel, wie man wollte. Oder so viel, bis einem der Bauch weh tat. Und dazu ganz viele verschiedene Soßen. Und Papas selbstgebackenes Weißbrot, das beim Hineinbeißen immer so schön krachte.

Sie ließen sich lang Zeit mit dem Essen. Auch Hund Einstein bekam an diesem besonderen Tag immer ein paar Leckerlis extra. Als er die aufgefressen hatte, setzte er sich unter den Tisch und legte erst Mama, dann Papa und dann nacheinander den Kindern seinen großen Kopf auf den Schoß. Dabei sah er jeden mit seinen riesigen Kulleraugen treuherzig an und sabberte vor lauter Gier nach einem Stück Fleisch, das da auf dem Tisch so lecker duftete. Aber so leid der Mischling mit den lustigen Schlappohren Sam und Lotta auch tat, er bekam nie etwas vom Tisch, das war eine eiserne Regel.

Nach dem Essen wurden Brettspiele gespielt. Jeder durfte sich sein Lieblingsspiel aussuchen und die anderen mussten es ohne Murren und Knurren mindestens eine Runde mitspielen.

Das gelang Lotta und Sam zugegebenermaßen nicht immer. Aber sobald einer von beiden versuchte zu protestieren, mussten Mama oder Papa nur mit einem warnenden Blick eine Augenbraue hochziehen und schon wandten sich alle friedlich dem Spiel zu.

Irgendwann hatten sie aber doch genug. – Meistens war Sam der erste, der sagte: „Jetzt mag ich nicht mehr!“ Das passierte komischerweise vor allem dann, wenn er gerade verloren hatte…

Nach der letzten Runde „Mensch ärgere dich nicht“ blieben noch alle gemeinsam am Tisch sitzen. Die beiden Geschwister fingen gerade einen Streit darüber an, wer um Mitternacht als erster eine Rakete anzünden durfte. Da unterbrach Mama sie plötzlich. Aus heiterem Himmel sagte sie: „Wie wärs, wenn wir uns ein Kätzchen anschaffen!?“

Alle schauten sie an. Entgeistert, verblüfft, überrascht, begeistert.

„Waaaaas?“, schrie Lotta dann. „Meinst du das ernst?“

Papa schaute entgeistert und verblüfft, aber auch ein bisschen verärgert. Leise sagte er: „Meinst du nicht, dass wir das erstmal allein besprechen sollten?“ Mama schaute zurück und murmelte nur ungeduldig: „Du entscheidest doch auch oft genug ohne mich.“ Papa sah jetzt böse aus und wollte etwas erwidern, aber Lotta rief sofort: „Niiiiicht streiten, nein, nein, nein!“

Sam und Lotta blickten sich an. Ihre Eltern stritten sich immer mal wieder. Zum Beispiel darüber, was Lotta alleine machen konnte und wobei sie noch Hilfe brauchte. Oder ob Sam alleine mit seinen Freunden zur Eisdiele fahren durfte. Oder, oder…

Und obwohl die beiden wussten, dass das auch bei anderen Eltern vorkam, und obwohl sie sich selber fast jeden Tag mindestens ein Mal anschrien, fanden die Geschwister das überhaupt nicht toll! Meistens war der Streit schnell wieder vorbei, aber trotzdem… Eltern sollten lieb sein und sich vertragen! Basta!

Lotta wurde es ganz schwer ums Herz, wie immer, wenn sich Mama und Papa nicht vertrugen. Aber dann fiel ihr plötzlich wieder ein, was Mama gerade gesagt hatte. „Bekommen wir wirklich eine Katze?“, fragte sie aufgeregt.

Die beiden Kinder bestürmten ihre Eltern jetzt mit Fragen: „Wo bekommen wir die denn her?“ „Wird sie sich mit Einstein vertragen?“ „Darf ich ihr einen Namen geben?“ Jetzt sah Mama doch etwas betreten aus. „Das habe ich mir alles noch gar nicht überlegt“, sagte sie leise. „Meine Arbeitskollegin hat erzählt, dass die Katze auf dem Bauernhof in ihrer Nachbarschaft bald Junge bekommen wird. Und ich dachte, es wäre doch nett, so eine kleine Katze zum Schmusen zu haben.“ Mama arbeitete vormittags in einer Gärtnerei in ihrem kleinen Dorf.

Die Geschwister wurden immer aufgekrazter und riefen ohne Pause durcheinander. Da donnerte Papa: „Jetzt ist aber mal Ruhe! Wir werden das später besprechen. Schließlich müssen wir das gemeinsam entscheiden.“

Und mit einem Seitenblick auf Mama fügte er hinzu: „Ich finde die Idee ja grundsätzlich auch nicht ganz schlecht, aber ich wäre halt gern vorher mal informiert worden.“ Mama sah weg. Die Kinder schauten kurz unsicher von einem zum anderen, aber dann plapperten sie gleich wieder aufgeregt los und überlegten, wo der beste Schlafplatz für die Katze wäre – in Sams oder in Lottas Zimmer.

Für sie war das mit der Katze schon beschlossene Sache. Papa war zwar jetzt irgendwie böse auf Mama, aber Sam und Lotta wussten, dass er alle Fellnasen liebte und jeder Katze hinterher lief, um sie zu streicheln. Das mit der eigenen Katze würde also schon klappen, da war Lotta sich ziemlich sicher.

Dann vergaß sie das mit der Katze für kurze Zeit, weil jetzt endlich alles für das Zinngießen ausgepackt wurde. Früher hatten sie Bleigießen gemacht, aber Papa sagte, dass das ganz schlecht für die Gesundheit und die Umwelt sei.

Papa achtete sehr auf die Umwelt. Deswegen plante er auch Häuser, die für die Umwelt gut waren. Er war nämlich Architekt. Das heißt, er zeichnete Häuser für andere Leute. Und kümmerte sich darum, dass diese Häuser mit „natürlichen“ Materialien gebaut wurden. So wurde die Natur nicht so belastet, das fand Papa sehr wichtig.

Also waren sie von Blei auf Zinn umgestiegen. Das machte zwar nicht ganz so schöne Figuren wie Blei, aber man brauchte eben einfach ein bisschen mehr Fantasie...

Papa holte eine Schüssel mit Wasser, in die sie das flüssige Zinn schütten konnten und stellte sie auf den Küchentisch. Da Lotta unbedingt als erste mit dem Gießen dran sein wollte, startete sie mit ihrem Rollstuhl los so schnell sie konnte. Dummerweise verschätzte sie sich dabei um ein paar Zentimeter und stieß mit voller Wucht mit der einen Seite ihres Rollstuhls an die Ecke vom Küchentisch.

Aaaauuuu - Das brachte Lotta eine schmerzhafte Schramme am Arm und der Küche eine Überschwemmung, weil die Schüssel samt Inhalt durch den heftigen Stoß auf den Boden polterte. Lotta jammerte laut: „Au, au, ich blute!“

Sam meinte, wenig hilfreich: „Das sind aber nur ein paar Tropfen.“ Mama half Lotta ihren schönen Silvester-Rock von dem Blut fern zu halten, während Papa schnell ein Pflaster holte.

Natürlich achtete in der Aufregung keiner auf ihren Hund. Bis Sam rief: „Schaut mal, was Einstein macht!“ Und was machte der? Er suhlte sich mit Wonne in der großen Pfütze, die sich auf dem Fußboden gebildet hatte. Dann stand er auf und schaute zu Lotta. Die hätte schwören können, dass er sie schelmisch angrinste, als wollte er sagen: „Jetzt pass mal auf, Lottakind.“

Und dann fing er an sich zu schütteln. Aus seinem langen schwarzen Fell sprühten nach allen Seiten kleine Wassertropfen. So bekam auch der Rest der Küche noch eine kleine Dusche ab. Papa warf Mama das Pflaster zu und zerrte den Hund von dem erfrischenden Nass weg.

Einstein jaulte beleidigt.

Papa schimpfte.

Sam lachte laut.

Lotta jammerte.

Und Mama rief: „Was für eine Familie!“

Als die ganze Sauerei beseitigt war, konnten sie endlich mit dem Zinngießen loslegen. Das Zinn wurde über einer Kerzenflamme geschmolzen und dann mit Schwung in die Schüssel mit kaltem Wasser gekippt.

Lotta goss eindeutig eine Rakete. Sie schauten in dem schlauen Heft nach, das die Gebilde erklären sollte, und da stand: „Du wirst eine weite Reise machen.“ Während Lotta noch überlegte, wo sie wohl hinfahren würde, hatte Sam seine Zinnfigur schon geschmolzen und aus dem Wasser gefischt und verkündete triumphierend: „Das ist eine Katze. Wir bekommen wirklich eine Katze!“ Mama und Papa schauten gleich wieder so aus, als wollten sie anfangen zu streiten, deswegen rief Lotta schnell: „Jetzt ist Papa dran!“

Auch die Erwachsenen gossen also ihre Gebilde und alle rätselten, ob Papa eine Kuh oder doch eher einen Pilz gegossen hatte… Mama drehte den Löffel ganz langsam, so dass bei ihr ganz viele kleine Fischlein herauskamen. „Das bedeutet Geldsegen“, las Sam vor. Und Mama nickte zufrieden: „Ja, das nehme ich, das können wir brauchen.“

Lotta schaute ratlos von einem zum anderen und fragte: „Was ist denn Geldsegen? Also Geld kenn ich natürlich, aber Segen?“ Da umarmte Mama sie plötzlich stürmisch und sagte: „Du bist ein Segen, Lottakind, weil wir so froh sind, dass wir dich haben!“ Sie zog auch Sam in die Umarmung: „Über dich sind wir natürlich genauso froh!“

Sam lies das Umarmen gnädig über sich ergehen. Auch wenn er sich sonst viel zu cool fühlte für solche „Aktionen“, wie er es nannte.

Dann war es schon kurz vor Mitternacht. Lotta war jetzt zwar schrecklich müde, aber sie wollte unbedingt noch das neue Jahr begrüßen und natürlich mit nach draußen und die Raketen bewundern.

Also packten sich alle vier warm ein. Mama half Lotta dabei. Im Sitzen ist es nämlich wirklich schwer, eine Jacke anzuziehen. Außerdem wollte Lotta unbedingt ihre neuen Schuhe anziehen, die sie zu Weihnachten bekommen hatte. Sie waren knallrot mit blauer Sohle und Lotta fand sie total cool. Und sie passten super zu Lottas orange-roten Haaren.

Einstein wollte sehr dringend mit nach draußen und drängelte sich bis zur Haustür, aber dieses Mal durfte er nicht.

„Du musst drin bleiben“, erklärte Lotta ihm und streichelte sein weiches Fell. „Weißt du, es wird jetzt ziemlich laut und hell und aufregend da draußen. Und das magst du doch nicht.“ Sie brachten ihn in sein Körbchen und Sam holte ihm noch eine Extra-Decke. „Damit kann er sich die Ohren verstopfen, wenn es ihm zu laut ist!“, verkündete er.

Sie schnappten sich die Sektgläser und den Korb mit den Böllern und gingen nach draußen auf die Straße vor ihrem Haus. Die Kinder bekamen Kindersekt, die Erwachsenen richtigen mit Alkohol.

Es war das erste Mal, dass sie in ihrem neuen Zuhause Silvester feierten. Sie waren erst vor einigen Monaten in ihr großes Haus mit Garten umgezogen. Das stand in einem kleinen Dorf, nur zwei Straßen entfernt von dem Haus, in dem Mama aufgewachsen war. Lotta konnte hier – anders als in ihrer alten engen Wohnung – mit dem Rollstuhl allein in ihr Zimmer kommen.

Anfangs war Lotta von dem Umzug gar nicht begeistert, sie hatte Angst vor der neuen Umgebung gehabt, vor allem vor der neuen Schule. Für ihren Bruder war es egal, der musste sowieso in eine neue Schule, er fuhr jetzt immer mit dem Bus ins Gymnasium. Aber Lotta hätte noch zwei Jahre in ihrer alten Schule bleiben können. Dort hatte sie viele Freunde. Ein paar davon kannte sie sogar schon aus dem Kindergarten.

Lotta hatte sich Sorgen gemacht, dass sie in der neuen Schule keine Freunde finden würde.

Aber das war Gott sei Dank nicht so. Fast gleich am Anfang hatte sie sich mit Mia und dann auch mit Peter angefreundet. Die waren beide richtig nett.

Alles in allem mochte Lotta ihr neues Leben. Und auch der Rest der Familie fühlte sich in dem Dorf und in ihrem neuen Haus sehr wohl. „In einem Haus mit Garten kann man die Jahreszeiten viel stärker erleben“, hatte Mama an ihrem ersten Tag im neuen Haus gesagt und tief eingeatmet. - Für sie war es ein bisschen wie heim kommen, sie hatte ihre ganze Kindheit in dem kleinen Dorf verbracht.

Sam hatte daraufhin breit gegrinst und gerufen: „Ja, vor allem bekommt man viel besser mit, wie das große Geschäft von Kühen und Schweinen riecht. Man muss nur mal die Nase aus dem Fenster halten, wenn die Bauern Gülle gefahren haben.“ Dabei schnüffelte er vielsagend.

Mama sah ihn strafend an. Für sie war das Landleben einfach viel besser als das Leben in der Stadt. Und dazu gehörte nun mal auch ab und zu ein bisschen Gestank. In der Stadt hatte es auch oft gestunken. Und in der Stadt hatte sie ewig nach einer Arbeit in einer Gärtnerei gesucht, aber nichts gefunden. Hier hingegen hatte sie eine Arbeit, die ihr viel Spaß machte und viele Freunde und Bekannte.

Jetzt standen sie also draußen in der Einfahrt vor ihrem Haus und stießen auf das neue Jahr an. Alle umarmten sich und riefen: „Ein gutes neues Jahr!“

Auch die Nachbarn, die sie alle schon gut kannten, kamen aus ihren Häusern riefen ihnen gute Wünsche zu. Da schrie Sam plötzlich ganz aufgeregt: „Schau, die haben ganz viele Raketen! Looooos, wo sind unsere Sachen?“ Er zerrte an dem Korb, den Papa in der Hand hielt. Die beiden machten sich mit Feuereifer ans Werk und zauberten ein buntes Spektakel an den Himmel. Natürlich zündete auch Lotta eine Rakete an. Sie musste sich in ihrem Rollstuhl ziemlich weit vorbeugen, um zu der Zündschnur zu kommen und dann ganz schnell nach hinten rollen. Das war anstrengend und schwierig, aber es klappte.

Lotta schaute nach oben. Der ganze Himmel erstrahlte in allen möglichen Farben. Man wusste gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Es roch nach Raketen, nach Winter und nach dem neuen Jahr, das gerade anfing. Lotta dachte: „Vielleicht ist Silvester doch genauso schön wie Weihnachten. - Naja, fast...“

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